Schwarzmeerküste: Auf und Ab

Nur wenige Fahrstunden von der stadt entfernt finden wir uns inmitten von Haselnussplantagen wieder. Kleine Siedlungen verschwinden fast im Grün der üppigen Landschaft und geben uns mit den alten Fachwerkhäusern bereits einen Vorgeschmack auf Safranbolu. 


Wer denkt, dass wir es uns einfach machen wollten und eine flache Route entlang der Küste gewählt haben, der irrt sich! Bereits unsere Recherchen haben ergeben, dass wir auf dieser Strecke mit einigen Steigungen rechnen müssen. "Ach was! Nach der langen Pause sind wir Top erholt und schaffen das bestimmt!"...Wir wissen jetzt, was mit "extrem steile Steigungen" gemeint ist (16%) oder auch wie sich "lange steile Steigungen" anfühlen.

Doch es ist ja genau das, was wir auf dieser Reise erfahren möchten: anspruchsvolle Etappen durch schöne Landschaften, welche uns auch physisch herausfordern. Das Risiko von weiss markierten Wegen auf der Landkarte eingehen und das Velo auch mal einen steilen Kiesweg hochschieben zu müssen... Oder auf Landstraßen vom Bauern angehalten zu werden, um 2 Km weiter von ihm und seiner Familie mit so viel türkischer Gastfreundschaft empfangen zu werden.

Wir sind jedoch sehr glücklich mit unserer Wahl und haben mit dem Schwarzen Meer ein weiteres Weltmeer gesehen und zumindest die Füße im noch kalten Wasser gebadet.

Die sehr üppige, grüne Landschaft wird landwirtschaftlich für den Anbau von Tee und Haselnüssen genutzt. Achtet beim nächsten Verzehr der gesunden und schmackhaften Nüssen auf die Herkunft, vielleicht wurden sie an der Schwarzmeerküste geerntet?

Die kleinen Siedlungen unterwegs bestehen größtenteils noch aus sehr alten Fachwerkhäuser. In Safranbolu erfahren wir mehr zu der Geschichte und dem Leben in diesen Häusern vor mehr als 200 Jahren. In dieser Stadt sind nämlich noch besonders viele solcher Häuser gut erhalten, wodurch sie im Jahr 1994 zum UNESCO Weltkulturerbe gekürt wurde.

Nur etwa 300 Km süd-östlich kommen wir bereits zum nächsten Punkt, welcher als "Sehenswert" auf unserer Karte markiert ist. Hattuşa - die hethitische Stadt der Götter und Tempel ist heute zwar nur noch in ihren Grundmauern erhalten, doch noch immer werden neue Funde durch das Deutsche Archäologische Institut freigelegt. Diese werden hauptsächlich im Museum von Ankara ausgestellt, in Hattuşa selbst sind meist nur Repliken zu sehen. Dennoch ist es spannend, entlang der Ruinen zu laufen, zumal wir auch diesen Ort kaum mit anderen Touristen teilen müssen. 

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