1001 Nacht

Um uns von unserer Fahrt durch Turkmenistan, dem "heissesten Land Zentralasiens" zu ehrholen quartieren wir uns in Buchara im Hotel ein. Auf Tage in einer der schoensten Staedte unserer Reise folgen Etappen durch wundervolle Landschaften und sehr viele laechelnde & winkende Kinder am Strassenrand.

Buchara - wow! Wir werden freundlich begruesst von Einheinheimischen als wir durch enge Gassen fahren und lassen von der Stadt wie aus 1001er Nacht verzaubern. Wir schlendern durch die gedeckten Bazaare unter den Kuppeldaechern und stellen uns vor, wie die Haendler zur Hochbluete des Handels um Preise fuer Seide, Gold & Gewuerze gefeilscht haben. Buchara gilt als wichtiger Ort der Seidenstrasse, viele Gueter sind von China ueber das Pamirgebierge hierhin gelangt, und auf genau diesen Spuren sind wir unterwegs. An den Medresen und Moscheen mit ihren tuerkisblauen Kuppeln koennen wir uns kaum satt sehen. Wir staunen, wie entspannt die Stimmung in dieser touristischen Stadt ist. Wir erleben keine aufdringlichen Haendler. Klar wollen sie uns in ihre Geschaefte locken, doch auf so eine freundliche und unaufdringliche Art wie wir es noch nie erlebt haben. Wir fuehlen uns sehr wohl im familiaeren Hotel und haben im grossen Innenhof Platz und Ruhe um den grossen Veloservice durchzufuehren, zu lesen und zu schreiben und die mueden Beine hochzulegen. Wir freuen uns auch sehr, dass wir Elli & Seb nochmals treffen. Auch Nils, den wahren Abenteurer unter uns treffen wir zum gemeinsamen Bierchen auf der Dachterasse. Der Berner ist mit einem alten Renner und nur gerade zwei Taschen am Velo unterwegs. Er ist macht fast doppelt so viele Kilometer wie wir und auch wenn er ueber Taschkent, die Hauptstadt Usbekistans im Norden fahert, und wir direkt Richtung Dushanbe, (Tajiskistan) hoffen wir, ihn auf dem Weg zum Pamir nochmals zu treffen.

Das Internet scheint in ganz Usbekistan sehr schlecht zu sein. Wir haben keinen Zugriff auf unseren Blog und auch im Internet Cafe der Stadt welches mit dem Slogan "amazingly fast internet" wirbt geht es eher unglaublich langsam bis gar nicht. Das Internet ist auf unserer Reise ein wichtiger Informationskanal fuer uns. Nicht nur um uns auf Nachrichtenportalen ueber das Geschehen ausserhalb unserer "Reiseblase" zu informieren, sondern vor allem um wichtige Informationen bezueglich Visabestimmungen zu erhalten und um auf dem aktuellen Stand zu sein, welche Strassen und Grenzuebergaenge passierbar sind. Ein Fehler wie an der turkmenischen Grenze moechten wir lieber nicht wiederholen! Da diese Bestimmungen staendig wechseln und wir uns meist nur sehr begrenzt mit Einheimischen unterhalten koennen sind wir froh ueber das Internet. Bleibt zu hoffen, dass wir in Dushanbe, Tajikistan mehr Glueck haben.

Erhohlt und sehr gluecklich fahren wir nach drei Tagen weiter. Unterwegs auf gut ausgebauten Strassen sehen wir wilde Esel in einer grossen Herde, leider schaffen wir es nicht, ein gutes Foto zu schiessen da sie schnell davontraben als sie uns entdecken... Esel sind ueberhaupt omnipraesent auf den Strassen, meist als Lasttier vor dem Wagen gespannt oder bepackt inmitten von Schaf- und Ziegenherden. Zwei Hirtenjungen posieren begeistert fuer unser Fotoshooting und lassen Christian auf dem Esel davon reiten. Wir mit unseren Drahteseln scheinen noch immer eine Attraktion zu sein, auch wenn bestimmt viele Tourenfahrer vor uns auf dieser Strecke unterwegs waren. Unglaublich wie viele Kinder hier in den Doerfern leben! Sie entdecken uns bereits von Weitem und laufen uns entgegen, fahren uns mit ihren Velos nach oder stehen einfach nur laechelnd und winkend am Strassenrand. Nach Quarshi - wo wir nochmals eine Nacht im Hotel verbringen, um uns rechtsmaessig zu registrieren - fuehrt der Weg leicht ins Gebirge. Hier im Sueden sind nur noch die Auslaufe des grossen Hissar-Gebirges und wir haben nicht ganz so viele Hoehenmeter zu ueberwinden. Die Landschaft wird in meinem Reisefuehrer als "wohl schoenste Strecke Usbekistans" beschrieben und wir stimmen dem eindeutig zu. Weite Ebenen, tiefe Schluchten, gruene Obstplantagen, Taeler umgeben von faszinierenden Felsformationen bieten uns schoene Bilder. Die Naechte im Zelt sind mittlerweile angenehm kuehl und wir werden immer geuebter im Erspaehen von schoenen Plaetzchen, Zeltaufbau & Kochen im Freien. Bald schon erreichen wir Denov, die letzte groessere Stadt vor der Grenze zu Tajikistan. Wir wollen uns nochmals mit Essen eindecken und unsere letzten usbekischen SOM unter die Haendler bringen. Dies gelingt nur mit maessigem Erfolg, werden unsere Taschen einmal mehr in Form von suessen Trauben, sonnengereiften Tomaten und herrlich duftendem, knusprigen Brot mit Gaben von Einheimischen gefuellt. Bleibt zu hoffen, dass die Zollbeamten uns nicht alles wieder wegnehmen... Doch der Grenzuebertritt am spaeten Nachmittag verlaeuft dieses Mal problemlos und wir lassen Usbekistan hinter uns. Viel zu wenig wusste ich im Vorfeld ueber Zentralasien, meine Vorstellungen deckten sich ueberhaupt nicht mit dem Erlebten. Buchara erlebte ich als schoenste Stadt auf unserer 6 monatigen Reise und die Menschen sind uns gegenueber sehr freundlich aber dennoch zurueckhaltend. Mit Tajikistan reisen wir nun in das 3. Land Zentralasiens und freuen uns darauf, noch mehr zu sehen!


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