Take it easy

Bishkek, die Hauptstadt von Kirgistan ist unser nächstes Ziel. Wir baden im Stausee, schlafen neben frisch gebackenem Brot und sind dankbar um Tunnels, welche uns so manche Höhenmeter ersparen.

Die ersten Tage nach Osh war viel Verkehr auf der Hauptroute nach Bishkek und wir waren froh um gute Strassenverhältnisse. Neben vielen sehenswerten Orten gibt es an dieser Stelle das Dorf Mailuu-suu zu erwähnen. Auf der Karte scheint es einen Abstecher wert zu sein, liegt der Ort doch leicht abseits am Berghang. Nach einem Blick in den Reiseführer ist jedoch schnell klar: nichts wie weiter, weg aus diesem Gebiet! Mailuu-suu gehört zu den 10 schlimmsten verseuchten Gegenden der Welt. Schuld daran sind unzählige ungesicherte Lager von Uranabfällen, was hier ein Erdbeben anrichten würde, überlegen wir uns dann nicht weiter...

Nachdem wir in Tasch-Kömür dem Charme der verlotterten sowjetischen Bauten verfallen sind checken wir in einem solchen Hotel ein und sind dankbar um den trockenen Schlafplatz. Der nächste Morgen lockt uns mit Sonnenschein und einer schönen Strecke entlang des Kürp-Say Stausees, welcher sich wie ein Gebirgsfluss tief unter uns durchs Tal schlängelt. Nach einigen kurzen Tunnels folgen wir der kurvenreichen Strasse mit Bergen über uns und dem türkisblauen Wasser unter uns. Wir finden an diesem Abend den ultimativen Platz für unser Zelt: direkt am Stausee auf einem kleinen Inselchen, hier gefällt es uns so richtig gut. Nach einem erfrischenden Bad im See werfen die Jungs (wir erfreuen uns die Tage an der Begleitung von Nils, dem Berner Veloreisenden) ihre Fischerruten ins Wasser während ich vorsichtshalber mit dem Kochen beginne, falls es doch nichts werden soll mit dem grossen Fang... Die Nudeln mit Gemüse schmecken dann auch ganz gut :). Der Himmel lässt leider immer mehr Regentropfen fallen sodass wir unseren tollen Platz am nächsten Morgen verlassen und weiterfahren. Abends möchten wir lieber nicht im Freien schlafen und haben Glück, dass wir bei der Bäckerin des Dorfes in der Stube / dem Verkaufszimmer übernachten dürfen. Der Duft von frischem Brot ist herrlich! Auch am nächsten Tag regnet es leider ziemlich durchgehend. So wird die Etappe bis Toktogul vorerst unsere letzte auf den Velos. Da wir weder Lust auf Schneegestöber auf 3000 m ü.M haben und wir uns aufgrund des nahenden Winters nicht mehr zu lange im Norden aufhalten möchten verladen wir die Velos auf Kartoffelsäcken und steigen in den warmen Lieferwagen ein. Ab nach Bishkek! 

Bishkek: Top 5 Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten 

"Bishkek lockt mit keinem touristischen Pflichtprogramm, keine der Sehenswürdigkeiten beansprucht für sich die Kategorie muss-man-gesehen-haben."...

Unser Reiseführer hat wahrlich nicht viel versprochen für die Hauptstadt Kirgistans. Wir beide behalten die Stadt jedoch in sehr guter Erinnerung, gab es für uns hier beispielsweise ganz einfach ein Visum für China! Trotz Schneegestöber und winterlichen Temperaturen haben wir uns aufgemacht, unsere eigenen "Top 5" der Stadt zu finden.

1. Sierra Café 

Eine heisse Schoggi & ein Cappuccino, dazu ein Teller Kürbissuppe und ein Stück Apfelkuchen - was will man mehr wenn es draußen grau und nass ist? Die Einrichtung ist sehr westlich und wir werden freundlich auf Englisch bedient 

2. Monument to Baatyr Kaba Uulu Koshomkul

Viele Monumente und Statuen gibt es in dieser Stadt zu bestaunen... Doch diese gefällt uns besonders: Ein sehr kräftiger Mann stemmt ein Pferd in die Höhe - nach den unzähligen Kunstwerken, bei welchen ein Held AUF einem Pferd dargestellt wird ist dies eine sehenswerte Abwechslung 

3. Einkaufszentrum 

The Bishkek Park: Eine Shoppinmall nach westlichen Vorbild - ebenfalls ein geeigneter Ort wenns draussen regnet. Neben Cafés und diversen Geschäften stellen das Indoor-Eisfeld und die Bowling Bahn weitere Pluspunkte dar

4. PINTA Pub 

Ein Bierchen in guter Gesellschaft, leckeres Pub-Food und eine gemütliche Pub Atmosphäre finden wir an diesem Ort. Einen grossen Pluspunkt verdient der Tschüttelitisch! ...Gleichzeitig ist dieser jedoch ein Minuspunkt verbunden mit einer grossern Enttäuschung: es gibt keinen Ball!!

5. Postamt 

Souvenirs und kaum benutzte Gegenstände senden wir per Post nach Hause. Mit unserem Paket landen wir in einem kleinen Büro wo wir zuerst ganze 5 Deklarationsscheine ausfüllen. Mit der Nähmaschine wird dann von der Postbeamtin ein Leinensäcklein für unser Päckli genäht. Von Hand wird dieses zugenäht und mit mehreren Stempeln versiegelt. Zum Schluss schreiben wir die Adresse drauf und schicken unser Päckli nach knapp 1.5h in die Schweiz - gute Reise!



Auf der Suche nach Borat 

Mit dem 2. Visum für China im Reisepass verabschieden wir uns zum 2. Mal von Kirgistan. Dieses Mal verlassen wir das Land im Norden über die kasachische Grenze und fahren somit in ein Land von dem wir bis jetzt nur wenig wissen. Zugegeben, etwas beschränkt scheint mein Weltbild zu sein, wenn ich bei Kasachstan als Erstes an Sacha Baron Cohen alias Borat denke... Umso neugieriger bin ich also beim überqueren einer weiteren Landesgrenze! 

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