Landleben 

Im dünn besiedelten Nordwesten Vietnams fahren wir vorbei an Büffelherden durch Reisfelder und Bambuswälder. Im Gebiet der Muong, der Weissen und Schwarzen Thai beobachten wir die Urvölker Vietnams bei ihrer täglichen Arbeit in der ländlichen Umgebung. 

Wo wir in den touristischen Gebieten Vietnams stets in gutem Englisch angesprochen wurden hat sich dies mit jedem Kilometer nach Westen verändert. So verliessen wir uns auf die Informationen im Reiseführer und haben in Hoa Binh auf etwas umständliche Art einen Fahrer für unsere Tour organisieren können. Er brachte uns unter anderem zu einem Freilichtmuseum der Volksgruppe Muong und wir hatten das Glück, dass wir uns dort einer australischen Studiengruppe anschliessen durften. Wir hörten spannende Geschichten über das Leben der Menschen in dieser Region Vietnams und fragten uns, ob diese Traditionen noch immer aufrecht erhalten werden oder ob sie mit jedem Smartphone und Fernseher langsam verschwinden .

Laut Reiseführer ist die Region hauptsächlich von Muong, weissen Thai und schwarzen Thai bewohnt. Nur vereinzelt konnten wir in den Dörfern die typischen Pfahlhäuser ausmachen und Frauen in der farbenfrohen Tracht haben wir kaum eine entdeckt. Erst auf den letzten 80 Kilometern vor Laos hat sich das Bild gewendet. Anstelle von gemauerten Häusern sahen wir fast nur noch die typischen Pfahlhäuser aus Holz und vor einigen Häusern haben wir Webstühle entdeckt und konnten die Bewohner bei ihrer Handarbeit beobachten. Ob jedoch tatsächlich Stoffe für die traditionelle Kleidung angefertigt wurden oder ob die Produkte in touristischen Orten als Souvenirs verkauft werden war uns nicht ganz klar. Auf der Wäscheleine waren nämlich vorwiegend moderne T-Shirts und Hosen zum Trocknen aufgehängt. Wir sehen nur Frauen der älteren Generation welche sich noch die farbigen Tücher umbinden.

Ein Gasthaus für die letzte Nacht in Vietnam haben wir vergebens gesucht in dieser ländlichen Umgebung. Einen Platz für unser Zelt zu finden war also unsere letzte Herausforderung: Etwas versteckt von den Bewohnern, die irgendwie überall zu sein schienen wollten wir unser Lager aufschlagen. Möglichst mit trockenem Untergrund was inmitten der Reisfelder nicht einfach war und eine einigermaßen flache Stelle zu finden wo rechts der Berg und links der Fluss war erschwerte unser Vorhaben ebenfalls... Zum Schluss waren wir erfolgreich und schliefen so mitten im Bambuswald zum ersten und letzten Mal in Vietnam im Zelt.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Sprecher Jürg (Freitag, 22 Januar 2016 20:39)

    Immer wieder interesant zu lesen.
    Manch packt mich auch wieder die Veloreselust.
    Aber ich habe ein Jop der fürt mich in kalte Gegenden mit viele Föhren Und Birken. https://m.youtube.com/watch?v=64t8W65D0IM

  • #2

    Kathrin & Christian (Dienstag, 26 Januar 2016 12:30)

    Wow Jürg, die Winterlandschaft sieht sehr schön aus! Wo warst du unterwegs? Im Schnee würden auch wir das geheizte Auto dem Velo vorziehen...