Velobegeistert

Bike for Dad: wo in der Schweiz jeweils beim "Slow Up" die Strassen den Velofahrern gehört gibt es in Thailand einen Tag, an dem für den König in die Pedale getreten wird. Ob für "Dad", die körperliche Fitness oder einfach um zu zeigen, was für ein tolles Zweirad man besitzt - Velofahren ist angesagt in Thailand.

Den Wohlstand eines Landes erkennen wir meist auch an der Anzahl Menschen, welche sich in ihrer Freizeit körperlich betätigen. In Europa gab es regelmäßig Sportler, welche auf Ihren Rennrädern an uns vorbeigeflitzt sind. Mitten in ein offizielles Radrennen hineingeraten sind wir in Albanien und in Iran sind wir Fahrern der Nationalmannschaft beim Training begegnet. Längere Zeit waren wir nun in eher armen, ländlichen Regionen unterwegs und dort stellen die tägliche Arbeit und die Versorgung der Familie die Hauptaufgaben der Bevölkerung dar sodass diese sportliche Aktivitäten höchstens im Fernseher verfolgen.

In Thailand hingegen wird wieder fleissig trainiert, Outdoor Aerobic oder Fuss-Volleyball (Sepak Takraw) und natürlich Velofahren stehen hoch im Kurs. Letzteres scheint vor allem wegen der Aktion "Bike for Dad" sehr populär zu sein. Mit diesem Slogan wurden im Jahr 2015 die Massen dazu motiviert, sich wieder mit dem Fahrrad fortzubewegen. Über 600'000 Menschen sind bei den Veranstaltungen in verschiedenen Städten durch die Strassen gefahren um ihrem Dad - dem verehrten König - eine Ehre zu erweisen. Zu diesem Anlass wurden unzählige T-Shirts bedruckt welche täglich mit Stolz getragen werden und sogar in abgelegenen Orten kommen wir in den Genuss von neu gebauten Velowegen. Mangels Berge müssen die protzigen Fatbikes und die vollgefederten Mountainbikes leider meistens auf der hübschen Mekongpromenade ausgefahren werden, dafür gibt es dort mehr Zuschauer.

An einem Sonntagmorgen stolpern wir auf unserer Sightseeing Tour sogar mitten in ein Bike Rennen! Naja, Hügel gibt's auch hier keine doch die Organisatoren geben ihr Bestes und stecken einen Kurs um einen Weiher ab. Top ausgerüstet stehen die Teilnehmer am Start und bei dieser Wettkampfstimmung kitzelt es auch in Christian's Wädli...


Ein Rennen fahren wir beide dann zwar nicht, aber auf den immergraden Strassen treten auch wir in die Pedalen was das Zeug hält. Wenn die Strecke nicht viel Abwechslung bietet erreichen wir unser Tagesziel lieber etwas schneller um dort mehr Zeit zur Verfügung zu haben. So zum Beispiel beim Elefantendorf Ban Tha Klang: was für China die Pandabären sind, ist in Thailand nämlich der graue Riese!

Die Elefanten wurden hier im Nordosten bei den Waldrodungen als Arbeitstiere eingesetzt und sind nun arbeitslos, denn der Holzschlag ist vor einigen Jahren eingestellt worden. Jetzt leben die Elefanten gemeinsam mit den Mahouts, ihren Führern, in diesem Dorf und trainieren für das alljährliche Elefantenfestival, welches im November in der Stadt Surin stattfindet. So werden sie täglich beschäftigt und wir Touristen erhalten die Möglichkeit, die Dickhäuter aus nächster Nähe zu bestaunen.

Tempeltour 

Nachdem wir das gegenwärtige Leben in Buddhistischen Tempel bereits kennengelernt haben, lassen wir diese nun beiseite und gehen weiter in die Vergangenheit, auf Spurensuche der Khmer. Die bekannteste Tempelanlage dieses Volkes ist das Angkor Wat in Kambodscha, doch auch auf der thailändischen Seite der Grenzregion gibt es wichtige und sehenswerte Bauwerke aus dieser Zeit. So soll beispielsweise die Tempelanlage in Phimai als Vorbild für Angkor Wat gedient haben. Hier haben wir einmal mehr einen wundervollen Ort gefunden, den wir mit nur sehr wenigen anderen Touristen teilen müssen.

 

Mit der Einsamkeit ist es jedoch bald vorbei, denn je näher wir der Hauptstadt Bangkok kommen umso schwieriger wir es, verkehrsarme Nebenstraßen zu finden. Zum Glück gibt es meistens einen breiten Pannenstreifen und nicht nur die Autos sondern auch wir kommen schnell voran. Nur am Sonntagnachmittag ist der Verkehr so dicht, dass die Autos und Busse auch "unsere" Spur einnehmen, und das erste Mal in 12 Monaten stehen wir mit unseren Velos im Stau!

Doch auch dieser löst sich wieder auf und wir geben wieder Vollgas - ab in den Khao Yai Nationalpark, das älteste Schutzgebiet in Thailand. Wir hoffen, dass wir dort wilde Elefanten, Nashornvögel und Gibbon's in ihrer natürlichen Umgebung beobachten können.

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Kommentare: 1
  • #1

    Martin Knill (Dienstag, 08 März 2016 18:04)

    Freue mich über ein Foto von einem Ausritt auf einem Dickhäuter. ;-)