Und noch ein Nationalpark

In Thailand reiht sich ein Nationalpark an den nächsten, vier davon haben auch wir besucht. Während wir im Khao Sok Nationalpark die Tiere im Urwald suchten gingen wir auf Ko Surin unter Wasser auf Entdeckungstour.

Den Traum vom einfachen Inselleben haben wir uns mit dem Ausflug auf die Ko Surin erfüllt, eine kleine Insel des Meeresnationalparks in der Andamanensee. Vom Festland ging es via Schnellboot hinaus aufs Meer und nach knapp zwei Stunden sind wir in ein kleineres Longtailboot umgestiegen, welches uns zur Insel brachte. Umgeben von türkisblauem Wasser, Mangroven und ganz viel Sand haben wir die Tage mit Schnorcheln, Schlafen (nach langer Zeit mal wieder im Zelt!), Schnorcheln, Essen, Schlafen, Lesen, Schnorcheln, ... verbracht. Die Unterwasserwelt ist sehr fischreich und durch die Tiere auch farbenfroh, dank der Unterwasserkamera können wir euch einige der Entdeckungen präsentieren. Dort fällt jedoch auch auf, dass das Wasser leider nicht ganz kristallklar ist, wie es in der Werbung angepriesen wird... Auch die Korallen stechen leider schon länger nicht mehr in leuchtenden Farben hervor, denn im Jahr 2008 hat das El Niño Phänomen zu hohe Wassertemperaturen verursacht und so kam es in weiten Gebieten zur sogenannten Korallenbleiche. Die ehemaligen Schätze der Unterwasserwelt sind heute unspektakulär matt und grau. Nicht zum ersten Mal beschleicht uns das Gefühl, dass wir wohl einfach einige Jahrzehnte zu spät sind um die wunderschöne Natur in ihrer grossen Vielfalt zu erleben. Ja, früher war es besser, es gab genügend Lebensraum für wilde Tiere welche nun vom Aussterben bedroht sind oder bereits von unserer Erde verschwunden sind, und ja, in solchen Momenten würden wir am liebsten die Zeit zurückdrehen.

Zurück auf dem Festland schwingen wir uns wieder auf die Räder und vergessen die trüben Gedanken: zu gross ist die Neugier darauf, was das Hier und Jetzt für uns bereithält. Im Khao Sok Nationalpark beziehen wir einen Bambusbungalow mitten im Wald. Bereits am Morgen können wir den Äffchen beim Frühstück zuschauen, sie klettern und toben direkt vor unserer Terrasse und interessieren sich so gar nicht für uns. Im Park wandern wir auf den kaum markierten Wegen und lauschen den Rufen der Gibbon's hoch über uns. Von blossem Auge entdecken wir in dem dichten Grün leider keine dieser Affen. So lassen wir uns von den pinkig-roten und leuchtend blauen Libellen faszinieren und beobachten weiter die Makaken, dieses Mal beim gegenseitigen Lausen :-).

Wir fahren weiter Richtung Süden, immer möglichst nahe an der Küste um noch ein paar letzte Tage am Meer einzulegen. Während wir am Golf von Thailand den Sonnenaufgang über dem Meer bestaunen konnten erfreuen wir uns an der Andamanensee am Sonnenuntergang und können uns kaum sattsehen an diesem täglichen Naturerlebnis. Jeder Tag bringt uns näher an die Landesgrenze und wir wollen es nicht so recht glauben, dass auf unseren T-Shirts nur noch zwei leere Kästchen darauf warten, abgehakt zu werden! Die letzten der 60 Tage unserer Visa schmelzen dahin wie mein Magnum Glacé in der Sonne und bald müssen wir uns verabschieden von Pad Thai und Bambusbungalow. Gerne besuchen wir dich wiedermal du schönes Land und sagen danke für dein Lächeln, den Komfort den wir als Velofahrer geniessen durften, deine ruhigen Nebenstraßen durch Dörfer und Palmen und: Hab' Acht auf dein Paradies, bitte.

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Kommentare: 2
  • #1

    Martin & Seraina (Donnerstag, 14 April 2016 09:27)

    Hei ihr zwei!
    Oh da chömed mir gad wider Fernweh über! Gnüssäds na ganz fescht!
    Unglaublich, dass nur no zwei Chrützli fähläd uf eune T-Shirts - so schnell isch doch diä Zit vergangä. Aber umso meh freued mir üs uf eui Rückkehr :-)!

    Machäds guät & bis ganz bald!

  • #2

    Martin Plüss (Samstag, 30 April 2016 16:57)

    Scheint in der ganzen Welt das gleiche Phänomen zu sein. Dass sich die Menschen ausbreiten und alle anderen Lebewesen verdrängen. Echt schade!
    Und das geschieht alles so unglaublich schnell.