Von West nach Ost nach West

Unser aktuelles Reiseland Malaysia fasziniert uns von Tag zu Tag mehr. Wir reisen im Zick Zack von Westen nach Osten und wieder zurück - die Teeplantagen und die kühlere Luft der Cameron Highlands sind unser nächstes Ziel.

Ob wir vor der Ankunft in Europa wohl nochmals Socken tragen werden? Die nächsten Tage werden uns die Antwort liefern, denn vom Meer geht es für uns noch einmal in die Berge. Naja, die Cameron Highlands liegen mit 1600 m ü.M nicht gerade alpin, dennoch soll es dort etwa 10 Grad kühler sein als in den Küstenregionen. Bereits auf den ersten Kilometern nach Verlassen der Küstestrasse machen einige Höhenmeter, jedoch folgt auf jede Steigung bald eine Abfahrt und so dringen wir noch nicht wirklich in höhere Lagen vor. Unsere Schweissdrüsen laufen also weiterhin auf Hochtouren und wir brauchen weder Socken noch eine warme Dusche, dafür umso mehr Sonnenrème und Trinkwasser. 

Während wir an diesem Morgen noch am Meer entlang gefahren sind, kommen wir um die Mittagszeit bereits wieder ans Wasser, dieses Mal am Ufer des Tasik Kenyir. Im grössten Stausees Malaysias waschen wir uns und unsere Kleider und stellen unser Zelt gleich daneben unter die Bäume, von wo aus wir am nächsten Morgen die schönen Nashornvögel beim Frühstück beobachten können.

Die Weiterfahrt ins Landesinnere bringt uns auf einer kaum befahrenen Hauptstraße immer tiefer in den Regenwald. Endlich fühlen wir uns weit weg von Palmplantagen und können den Gesängen der exotischen Vögel lauschen. Wenn wie die lauten Rufen der Gibbons hören versuchen wir stets, diese in den Baumkronen auszumachen und uns beim Rascheln im dichten Grün stellen wir uns vor, es wäre ein wilder Elefant oder gar ein Tiger im Anmarsch (meistens sind es aber Wildschweine, die dann über die Strasse sprinten). 


Einen wilden Elefanten treffen wir leider wieder nicht an dafür dürfen wir unser Zelt an diesem Abend in einem Elefanten Schutzzentrum aufstellen. Für Besucher ist dieses Areal nicht offiziell zugänglich doch wir dürfen mit den Mahouts (Elefantendompteure) die Tiere besuchen und sogar füttern! Als Guet-Nacht-Gschichtli erhalten wir später ein exklusives Konzert der Tiere des Dschungels und bei funkelndem Sternenhimmel geht ein Tag zu Ende, der uns jeden einzelnen Schweißtropfen wert war! Das Dschungelabenteur dauert am nächsten Tag noch exakt zehn Kilometer an, dann werden aus dichtem Grün altbekannte, langweilige Palmplantagen. Wir haben dann nämlich die Provinzgrenze überquert und erkennen schnell, dass in dieser Region dem Holz- und Palmölhandel einen höheren Stellenwert beigemessen wird, als der Flora und Fauna. Für uns heisst das: ermüdendes auf und ab durch langweilige Plantagenlandschaft - jedoch auch lächelnde Menschen die uns zuwinken, uns mit "Daumen hoch" motivieren und zum Eistee einladen.


Langsam kommen wir unserem Ziel näher doch der Weg dorthin hat uns so einiges abverlangt! Die läppischen 20 Kilometer haben wir an diesem Tag nicht mehr geschafft... Dafür haben wir mit der Moonriver Lodge den perfekten Ort zu Erholung gefunden. Die Unterkunft ist inmitten einer Gemüsefarm, welche nach den höchsten Standards u.a. Tomaten und Salate anbaut. Sie gilt als Vorzeigebetrieb und wird regelmäßig von Regierungsvertretern besucht. Wir werden mit Tomatenspaghetti und lokalen Gerichten verwöhnt, dazwischen liegen wir in der Hängematte oder lesen uns durch die Bücher der Bibliothek (also ja, das Lesen überlässt Christian eher mir). Gestärkt und erholt haben wir die letzten Kilometer und auch Höhenmeter bereits bei Tagesanbruch in Angriff genommen und sind nun also angekommen, in den berühmten Cameron Highlands. Im Erholungsort der Engländer, welche das kühlere Klima schnell zu schätzen gelernt haben, geniessen auch wir die etwas kühlere Luft. Socken? Pullover? Vielleicht gegen Abend... Zehn Grad kühler bei einem Ausgangswert von 38 Grad im Schatten ist halt immer noch warm!

Endspurt

Wir möchten noch viele Orte besuchen und viele weitere Stunden mit den tollen Menschen Malaysias verbringen doch das Datum unserer Einfahrt in Singapur steht fest und wir setzen langsam aber sicher zum Endspurt an...

Kommentar schreiben

Kommentare: 0