Albanien: es geht in die Verlängerung 

Bereits in Tirana hat uns ein freundlicher Albaner von Gljiokastër vorgeschwärmt. Mit unserer Aussage, die Stadt nicht in unsere Routenplanung einbezogen zu haben, haben wir ihn enttäuscht... Er wäre bestimmt stolz zu wissen, dass wir den Weg dorthin nun doch unter unsere Räder genommen haben!

Unterwegs haben wir die Nachricht erhalten, dass wir in Istanbul Besuch bekommen! So haben wir keine Eile, in die Türkei zu reisen und haben uns entschlossen noch mehr von Albanien zu sehen. Nach Korçe gings somit nicht Richtung Grenze nach Greichenland sondern nach Ersekë, die höchst gelegene Stadt Albaniens, mitten in der sehr ländlichen Umgebung. Wir fuhren entlang der Flüsse Vjosa und Drinos und fragten uns, ob fast-Schwager Nico auf seinem Balkan Trip darin paddelte?

Wir erlebten die abendliche Xhiro In Permet (wo man tagsüber kaum Menschen antrifft, scheint es, als ob jeder einzelne Einwohner seine Runde durch die Straßen dreht), wir haben albanische Küche probiert und zum Schluss doch noch die berühmt-berüchtigen Holperpisten angetroffen. Die Stecke Korçe - Gjirokastër hat sich für uns definitiv gelohnt!

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Unterwegs im Balkan

Die Bedenken bezüglich schlechter Strassenverhältnisse und gefährlicher Autofahrer war völlig unbegründet.

Manchmal ist es gar nicht ganz so einfach, bei knapp 25 km/h (weil Schnellstraße) unsere Velos sicher um die Belagschäden zu zirkeln, zumal wir meist nur eine Hand am Lenkrad haben, die andere wird ja schließlich zum Winken gebraucht! Mit den bisherigen Strassenverhätlnissen in Kroatien, Montenegro und Albanien sind wir jedoch sehr zufrieden.

Durch den frisch fertiggestellten Autobahntunnel dürfen wir leider nicht. Schade eigentlich, bis jetzt haben wir nur gute Erfahrungen gemacht mit der Autobahn in Albanien. Auf dem Seitenstreifen sind maximal 40 Km/h erlaubt und ausser mit anderen Velofahrer mussten wir "unsere" Spur nur mit einigen Fußgängern oder Töffli Fahrern teilen.

Aber in diesem Fall sind wir glücklich, dass wir über die alte Passstrasse geleitet werden, diese ist nämlich ebenfalls frisch asphaltiert und dank dem Tunnel beinahe autofrei.

Mir kommt mitunter gar der Gedanke, das Straßennetz weiter zu erkunden und einen Veloreiseführer für Albanien zu erstellen. Immer öfter kommt es vor, dass wir mehrere Stunden durch abgelegene Dörfer fahren und uns über Pässe mit atemberaubenden Aussichtspunkten schlängeln um dann rasante Abfahrten ohne Verkehr zu geniessen. Höchstens Esel, Ziegen und Schafe könnten das Projekt gefährden, denn die Strassen wirken (fast) ausnahmslos kürzlich saniert.

Nach dem Qade Thane Pass sind wir noch zu früh unterwegs, denn die Strasse ist über etwa 10 km mitten im Bau. Vom Abbruch der alten Strasse über Schotterpisten bis zum neu eingebauten Asphaltbelag erleben wir die verschiedenen Arbeitsschritte des Strassenbaus. Ein bisschen besser verstehen wir nun, warum es unterwegs so viele Lavash (Autowaschstationen) gibt, schließlich werden die Autos staubig. Aber uns scheint, als ob es für jedes Auto im Balkan eine Lavash Stelle gibt. Gut für uns, dass die Albaner ihre Autos so hegen & pflegen, so fahren sie nämlich auch im hektisch Stadtverkehr von Tiranë vorsichtig und wir kommen überall sicher an.

 

Während einigen Wochen haben wir nun verschiedene Länder im Balkan kennengelernt und bedanken uns für die gemütliche Zeit an unterschiedlichen Stränden, wo wir Menschen beim Schlendern beobachten, Kaffee trinken (Kathrin) und Sonne tanken durften. Wir sagen danke für die Strassen, die Gastfreundschaft und das Panorama! 

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Kroatien: Küste

Nachdem wir den Nationalpark hinter uns gelassen haben warten nur noch einige Höhenmeter auf uns und zack - da ist es, das Meer.


Die Abfahrt von knapp 1000 m ü.M. hinunter auf Meereshöhe über langgezogene, einsame Serpentinen war großartig!! Mit dem Wind im Rücken und Adrenalin im Blut radeln wir nochmals nordwärts, um in Prizna mit der Fähre auf die Insel Pag überzusetzen. Lonely Planet informiert uns, dass die Insel mit ihrer flachen Topographie bestens für Velofahrer geeignet ist und das glauben wir ihm gerne. Die Landschaft ist geprägt durch hellen Kalkstein, karg und sonnenverbrannt zur einen Seite, grün bewachsen zur anderen. Auf den Weiden grasen die Schafe die salzigen Wiesen ab und erst dadurch wird deren Milch besonders wertvoll. Dieser salzige Geschmack ist nämlich charakteristisch für den inseleigenen Käse Paški sir, eine Spezialität welche wir nur zu gern in unseren Menüplan aufnehmen!

In den nächsten Tagen wechseln sich sehenswerte Städte mit wunderschönen Küstenstreifen ab. Wir sind gar nicht unglücklich über die ansteigenden Serpentinen - denn die Aussicht welche wir jeweils zur Belohnung bekommen ist so einige Schweißtropfen wert. Das gemütliche Tempo auf dem Velo lässt uns Zeit, unsere Blicke schweifen zu lassen und immer wieder Neues zu entdecken. Wir sind oft alleine unterwegs auf den Strassen, und auch in den Städten ist noch nicht viel los. Ohne Mühe finden wir ein Sobe - eine Privatunterkunft bei gastfreundlichen Kroaten - und erholen uns an Ostern in der Hafenstadt Split.



Nicht zu vergessen: ein neuer Monat hat begonnen, Zeit für Appenzeller Nr. II 

Danke Beat!!!


Der Wundertrank soll uns Energie bei den nächsten Höhenmeter geben, uns den Wind von allen Seiten erträglicher erscheinen lassen, die Schläge auf der Weiterfahrt über holprige Balkanstrassen abfedern und alle We-wehli von uns vertreiben.  In dem Sinne: Proooost!!!


Da uns die Insel Pag sehr gut gefallen hat entscheiden wir uns, in Split nochmals ein Fährticket zu lösen. Anstelle auf dem Festland der Küste entlang zu fahren wollen mit Korčula eine weitere Insel der Adria zu erkunden. Die Landschaft ist im Vergleich zu Pag sehr grün, die Strassen somit gesäumt von Wäldern und das Profil, sagen wir mal, hügelig. Der Wind bläst von allen Seiten, von hinten eher selten und nur dort, wo es mächtig Höhenmeter bergauf zu überwinden gibt. So brauchen wir für etwas mehr als 40 Km etwas mehr als 3.5h.... Wenn ich dann noch sage, dass es die letzten knapp 10 Km bergab ging könnt ihr euch vorstellen, dass es ein rechter Chrampf war, unsere Velos über die Insel zu manövrieren. Aber ja, das Gute kommt zum Schluss und wir übernachten im schönen Städtli Korčula, direkt am Meer, der (angeblichen) Geburtsstätte von Marco Polo.

 

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Kroatien: Stadt und Land 

Museumstour und Städtebummel in Zagreb, wandern und Staunen an den Plitwicer Seen 

Auch wenn man uns bereits in Slowenien davon abgeraten hat, mit den Velos nach Zagreb zu fahren, wollten wir uns die Hauptstadt von Kroatien nicht entgehen lassen. Die letzten Kilometer vor Zagreb fuhren wir auf einer Schnellstraße, doch zum Glück hielt sich der Verkehr in Grenzen. In der Stadt kamen auf einmal Velowege von allen Seiten zusammen, wer diese benützt und wohin sie führen haben wir jedoch nicht so genau herausgefunden. So blieben wir mehrheitlich auf dem Trottoir.

Die nächsten beiden Tage haben wir die Stadt erkundet und verschiedene Museen besucht. Erwähnenswert ist sicher das "Museum der gescheiterten Beziehungen". Dort geht es für einmal nicht um die große Liebe, sondern um das, was danach noch übrig bleibt. Menschen aus der ganzen Welt erzählen anhand von Gegenständen ihre Trennungsgeschichte.  Skurril, amüsant und auch ganz traurig wirkt es auf den Besucher. Doch keine Angst - wir beiden befinden uns noch immer auf der romantischen Seite! Viel Zeit verbringen wir auch mit der Lieblingsbeschäftigung der Kroaten, Kaffee (oder Bier) trinken und Passanten beobachten.

Als das schöne Wetter zurückkam packten wir wieder unsere Velos und fuhren mit viel Rückenwind  weiter Richtung Süden. Die Plitwicer Seen, das UNESCO Weltkulturerbe wo auch der Winnetou Film "Der Schatz im Silbersee" gedreht wurde, waren unser Ziel. Wo pro Saison 1 Mio. Besucher herumspazieren hatten wir in der Vorsaison das Glück, den Nationalpark nur mit wenigen hundert anderen Gästen zu teilen. Wie ihr seht gefällt es uns sehr gut in Kroatien und wir können euch das Land als Feriendestination nur empfehlen.

Unser nächstes Ziel ist die Küste: Meer,  frische Fische und vielleicht dir erste Nacht im Zelt.

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