Café Frappé

Von den Bergen geht es runter ans Meer! Auf flachen Strassen fahren wir durch schöne Küstendörfer & Hafenstädte. In Nea Vrasna machen wir Pause und geniessen den Strand, das Meer und die Sonne

Kaffee wird in Griechenland ständig getrunken! Ob ein griechischer Aufguss, ein Cappuccino oder natürlich der Café Freddo... Mit Zucker und Milch, und oft im to go Becher. Die Café Bars sind stilvoll eingerichtet mit Lounge, im Retro Stil oder kunterbunt mit Brettspielen auf den Tischen. Es tönen klassische griechische Klänge, griechischer und internationaler Pop aus den Lautsprechern und überall herrscht eine lockere Atmosphäre. Es scheint, als ob die Griechen sich zu jeder Zeit ein Café Frappé leisten können, denn einige Plätze sind stets besetzt.

Doch in genau dieser so gemütlichen Kaffeekultur zeigt sich die aktuelle wirtschaftliche Situation mit mangelnder Perspektive in der Arbeitswelt eigentlich ganz typisch. Ein Einheimischer erzählt uns an einem Abend von seinem Besuch in der Schweiz und dass er dort mit Erstaunen festgestellt habe, dass der Kaffee dort spätestens  in 20 Minuten getrunken sei. Er habe gesehen, dass die Menschen nach der kurzen Kaffeepause noch andere Aufgaben zu erledigen hätten. Ob Arbeit oder Freizeit, oft seien die Tage eines Helvetier strukturiert und durchgeplant. In Griechenland hingegen setzt man sich einmal hin, hat einen Kaffee vor sich und lässt die Zeit vergehen. Stunden können verstreichen, und derselbe Kaffee steht noch auf dem Tisch. Dies erklärt mir auch, wieso der Café Freddo so beliebt ist, mit der Zeit wird er ja sowieso kalt - wieso sich also die Mühe machen, und Wasser aufkochen?

Nichtsdestotrotz: die Cafés beleben die Städte, es herrscht eine gemütliche Atmosphäre und wir lassen uns anstecken von den Griechen. Denn auf unserer Reise haben auch wir viel Zeit, und wenn der heisse Cappuccino vor mir kalt wird weiss ich nun, dass ich angekommen bin in Griechenland!

Nachdem wir die griechischen Berge mit einem weiteren Pass hinter uns gelassen haben wird auch das Velofahren gemütlich. Die Strecke Richtung Türkei ist flach und führt oft direkt entlang dem Meer. Wir erreichen Thessaloniki, wo wir leider nur kurz verweilen denn am 1. Mai fahren auch viele Griechen in die Hafenstadt um die Freitage zu geniessen. Dies macht es uns schwierig, eine Unterkunft zu finden. So fahren wir weiter und bleiben einige Tage in Nea Vrasna, einem kleinen Dörfchen direkt am Meer wo wir Pause machen. Weiter in Richtung Türkei wählen wir eine direkte Route und folgen so der alten Schnellstraße. Oft sehen wir links von uns die neue Autobahn und auf der rechten Seite zahlreiche Abzweiger zur Via Egnatia. Noch heute erinnern dort einige Überreste an die römische Verbindungsstrasse der Adria mit dem Bosporus.


Wir kommen immer näher nach Istanbul und erinnern uns an unseren letzten Besuch in der Millionenmetropole. Dem Straßenverkehr möchten wir uns mit den Velos lieber nicht aussetzten! All unser Gepäck in einen Bus verladen wäre eine Möglichkeit, doch wo würde uns dieser absetzen? Wir möchten auf die asiatische Seite, und da wäre es für uns am einfachsten, mit einer Fähre zu fahren. Wir schlürfen also noch die letzten Frappés und überlegen uns, wie wir sicher & bequem weiterreisen werden...

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Staunen in Griechenland 

Weit weg von EU-Krise, Inseltourismus und Ouzo finden wir viel Natur, Berge und trinken Tsipouro.

Unser Ziel im Epirus, der griechischen Gebirgslandschaft, ist zuerst einmal das kleine Bergdorf Monodenri. Ja, Bergdorf meint viele Höhenmeter und ein gemütliches Tempo... Mit müden Beinen erreichen wir unsere Unterkunft erst gegen Abend und werden dort von unserem Gastgeber mit einem leckeren Fetakuchen empfangen! Mmmh!! Die Wanderung durch die Vikos Schlucht trägt nicht unbedingt zur Regeneration der Velobeine bei, dem Muskelkater nach zu urteilen werden dafür mal wieder andere Muskelgruppen gebraucht... Die - gemäß Guinness Buch  der Rekorde Eintrag von 1997 - tiefste Schlucht der Welt ist definitiv ein Besuch wert.

Bevor es weitergeht zum nächsten Highlight haben wir den Katara Pass vor uns. Wir sehen zwar die Straßensperre denken uns jedoch nicht viel dabei, ein anderer Weg kommt für uns ohnehin nicht in Frage. Ob es wegen der vielen Strassenschäden ist? Ah,  wohl eher weil kein Winterdienst stattfindet, sind wir uns sicher als wir auf 1700 m ü. M. unsere Velos durch den Schnee schieben. Uns solls recht sein, so haben wir nämlich eine garantiert autofreie Abfahrt vor uns! Später erklärt man uns dann, dass aufgrund der neuen Autobahn der Pass bereits seit vier Jahren für Autos gesperrt ist und somit perfekt geeignet für Velofahrer ist!

Nach einer langen Abfahrt gehts für uns dann zurück in den farbenfrohen Frühling nach Kalambáka, am Fusse der mächtigen Meteora-Felsen. Metéoros bedeutet im altgriechischen "in der Schwebe", und ja, in schwindelerregender Höhe schweben über uns die mittelalterlichen Klöster! Bereits von weitem können wir die faszinierenden Felsformationen bestaunen. Ganz klar, dass unsere Velos am nächsten Tag wieder eine Pause bekommen, und wir die verschlungenen Wegen zu den Klöstern erkunden werden!!!


Die Weiterfahrt geht danach Richtung Olymp, ein weiteres geschichtsträchtiges Gebiet. Hier wurden schließlich die Olympischen Spiele der Antike ausgetragen! Yannis, ein Gastgeber der Warmshowers community beherbergt uns und weiss sehr viel über seine nähere Umgebung zu erzählen. Beim griechischen Abend belehrt er uns dann auch bezüglich der griechischen Ess- und Schnapskultur. Der bekannte Anisschnaps Ouzo sei etwas für Touristen, der ursprüngliche und wahre Branntwein wäre der Tsipouro (lecker sind beide). Auch er bekommt in Verbindung mit Wasser ein milchiges Aussehen doch er ist viel feiner und reiner im Geschmack, also dann: Jamas! Prost! 

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