Singapur

Ein Traum ist wahr geworden!

Frauenfeld bis Singapur per Velo - glücklich und stolz sind wir am Ziel unserer Reise angekommen

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Malaysia

Die Zielgerade


Wir werden von unseren neuen Freunden zum Essen ausgeführt und erleben nochmals viel multi-kulti in Malaysia. Wir sind so glücklich, in diesem Land zu reisen dass uns nicht einmal der starke Regen die Laune verderben kann.

Die Mühen der anstrengenden Etappen der letzten Tage geraten mit jeder Stunde, die wir in den Cameron Highlands verbringen, weiter in den Hintergrund. Um noch einmal einen gemeinsamen Abend mit uns zu verbringen kommen die lieb gewonnenen Gastgeber der Moonriver Lodge zu Besuch nach Tanah Rata. Wir fahren gemeinsam zu einer Teeplantage um dort das satte Grün im Licht der untergehenden Sonne zu bestaunen und letzte Erinnerungsfotos zu knipsen. Zum Abendessen entscheiden wir uns für die lokale Spezialität Steamboat (typisches Gericht in Malaysia, ähnlich unserem Fondue Chinoise). An diesem Abend sind wir (Christen) mit der Muslimin Nor, dem Buddhisten David und dem Nepalesen Vasantha, dessen Religion uns unbekannt ist, unterwegs. Noch immer sind wir fasziniert von der Tatsache, dass überall wo wir hinkommen verschiedene Ethnien und Religionen friedlich nebeneinander Ihrem Alltag nachgehen und bedanken uns herzlich für die Gespräche über Allah, Gott und die Welt.

Nach der Belohnung für Magen und Augen folgte am nächsten Morgen die schönste Belohnung für Velofahrer: die Abfahrt! In Malaysia macht uns sogar das Velofahren im Regen Spass, denn das Spritzwasser der entgegenkommenden Autos oder der grossen Pfützen ist so warm wie Badewasser und so fahren wir mit Absicht durchs Wasser statt einen Bogen drumrum zu machen. Wir winken den Orang Asli Kindern zu, welche ihre Köpfe aus den Bambushütten strecken und freuen uns, nach so viel Hitze und Trockenheit, über die reissenden Bäche und tosenden Wasserfälle.

Unten angekommen rollen wir auf den flachen Strassen gegen Süden und erreichen bald Vororte der Hauptstadt Malaysias, Kuala Lumpur. Wir fahren nicht in die Stadt hinein und kommen dennoch an einem Wahrzeichen vorbei, nämlich an der Formel 1 Rennstrecke von Kuala Lumpur! An diesem Wochenende findet ein Motorradrennen statt und wir können von den Velos aus einen Blick auf das Sportgelände werfen. Beflügelt vom Geschwindigkeitsrausch fahren wir weiter und erreichen am nächsten Mittag die berühmte Hafenstadt Melaka. Diese Stadt teilt dank des historischen Kerns den Titel des Unesco Weltkulturerbe mit Georgetown, etwas weiter im Norden des Landes. Noch einmal tauchen wir also ab in die Geschichte der Kolonialzeit, der Händler und Schiffreisenden vergangener Zeiten.


"Und, wie ist es so, kurz vor dem Ziel?"

Keine 200 Kilometer trennen uns von Singapur. Von der 20. und letzten Grenzüberquerung. Von unserer letzen Etappe im Sattel als "Fahraway"-Gespann. Vor unserem letzen Häckchen auf unseren schönen T-Shirts. Wir sind auf der Zielgeraden unserer Reise und zu beschreiben, was wir denken und fühlen, fällt mir sehr schwer. So schnell ist die Zeit vergangen und gleichzeitig kommt es uns so vor, als ob die Abfahrt in der Schweiz bereits ewig zurückliegen würde. Wir erinnern uns an heisse Stunden in der Wüste und saukaltes Schneegestöber, an Gegenwind und Rückenwind, an unser Chinadesaster und die unverhofft schöne Zeit in Kirgistan. Die ganze Reise läuft als Film in unseren Köpfen rauf und runter und wir werden dabei mal euphorisch und mal traurig, mal stolz und mal sehr müde. Wir haben so viel erlebt, und doch zu wenig gesehen. Wir freuen uns so sehr auf zu Hause und würden am liebsten wieder zurück in den Pamir, nach Istanbul, auf die Surin Insel oder doch in die Kasachische Steppe?

Mein Versuch zu beschreiben, wie wir uns fühlen so kurz vor Singapur, tönt wirr. Ein ebensolches Durcheinander geht in unseren Köpfen vor und das ist wohl einfach die beste Antwort, die ich liefern kann.

Also bin ich nun still und wir biegen ein, auf die Zielgerade unseres "Fahraway"  Traums.

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Von West nach Ost nach West

Unser aktuelles Reiseland Malaysia fasziniert uns von Tag zu Tag mehr. Wir reisen im Zick Zack von Westen nach Osten und wieder zurück - die Teeplantagen und die kühlere Luft der Cameron Highlands sind unser nächstes Ziel.

Ob wir vor der Ankunft in Europa wohl nochmals Socken tragen werden? Die nächsten Tage werden uns die Antwort liefern, denn vom Meer geht es für uns noch einmal in die Berge. Naja, die Cameron Highlands liegen mit 1600 m ü.M nicht gerade alpin, dennoch soll es dort etwa 10 Grad kühler sein als in den Küstenregionen. Bereits auf den ersten Kilometern nach Verlassen der Küstestrasse machen einige Höhenmeter, jedoch folgt auf jede Steigung bald eine Abfahrt und so dringen wir noch nicht wirklich in höhere Lagen vor. Unsere Schweissdrüsen laufen also weiterhin auf Hochtouren und wir brauchen weder Socken noch eine warme Dusche, dafür umso mehr Sonnenrème und Trinkwasser. 

Während wir an diesem Morgen noch am Meer entlang gefahren sind, kommen wir um die Mittagszeit bereits wieder ans Wasser, dieses Mal am Ufer des Tasik Kenyir. Im grössten Stausees Malaysias waschen wir uns und unsere Kleider und stellen unser Zelt gleich daneben unter die Bäume, von wo aus wir am nächsten Morgen die schönen Nashornvögel beim Frühstück beobachten können.

Die Weiterfahrt ins Landesinnere bringt uns auf einer kaum befahrenen Hauptstraße immer tiefer in den Regenwald. Endlich fühlen wir uns weit weg von Palmplantagen und können den Gesängen der exotischen Vögel lauschen. Wenn wie die lauten Rufen der Gibbons hören versuchen wir stets, diese in den Baumkronen auszumachen und uns beim Rascheln im dichten Grün stellen wir uns vor, es wäre ein wilder Elefant oder gar ein Tiger im Anmarsch (meistens sind es aber Wildschweine, die dann über die Strasse sprinten). 


Einen wilden Elefanten treffen wir leider wieder nicht an dafür dürfen wir unser Zelt an diesem Abend in einem Elefanten Schutzzentrum aufstellen. Für Besucher ist dieses Areal nicht offiziell zugänglich doch wir dürfen mit den Mahouts (Elefantendompteure) die Tiere besuchen und sogar füttern! Als Guet-Nacht-Gschichtli erhalten wir später ein exklusives Konzert der Tiere des Dschungels und bei funkelndem Sternenhimmel geht ein Tag zu Ende, der uns jeden einzelnen Schweißtropfen wert war! Das Dschungelabenteur dauert am nächsten Tag noch exakt zehn Kilometer an, dann werden aus dichtem Grün altbekannte, langweilige Palmplantagen. Wir haben dann nämlich die Provinzgrenze überquert und erkennen schnell, dass in dieser Region dem Holz- und Palmölhandel einen höheren Stellenwert beigemessen wird, als der Flora und Fauna. Für uns heisst das: ermüdendes auf und ab durch langweilige Plantagenlandschaft - jedoch auch lächelnde Menschen die uns zuwinken, uns mit "Daumen hoch" motivieren und zum Eistee einladen.


Langsam kommen wir unserem Ziel näher doch der Weg dorthin hat uns so einiges abverlangt! Die läppischen 20 Kilometer haben wir an diesem Tag nicht mehr geschafft... Dafür haben wir mit der Moonriver Lodge den perfekten Ort zu Erholung gefunden. Die Unterkunft ist inmitten einer Gemüsefarm, welche nach den höchsten Standards u.a. Tomaten und Salate anbaut. Sie gilt als Vorzeigebetrieb und wird regelmäßig von Regierungsvertretern besucht. Wir werden mit Tomatenspaghetti und lokalen Gerichten verwöhnt, dazwischen liegen wir in der Hängematte oder lesen uns durch die Bücher der Bibliothek (also ja, das Lesen überlässt Christian eher mir). Gestärkt und erholt haben wir die letzten Kilometer und auch Höhenmeter bereits bei Tagesanbruch in Angriff genommen und sind nun also angekommen, in den berühmten Cameron Highlands. Im Erholungsort der Engländer, welche das kühlere Klima schnell zu schätzen gelernt haben, geniessen auch wir die etwas kühlere Luft. Socken? Pullover? Vielleicht gegen Abend... Zehn Grad kühler bei einem Ausgangswert von 38 Grad im Schatten ist halt immer noch warm!

Endspurt

Wir möchten noch viele Orte besuchen und viele weitere Stunden mit den tollen Menschen Malaysias verbringen doch das Datum unserer Einfahrt in Singapur steht fest und wir setzen langsam aber sicher zum Endspurt an...

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Und noch eine Insel

Nachdem wir auf der Penang Insel die multikulturelle Lebensart von Malaysia kennengelernt haben konnten wir auf der Ferieninsel Langkawi unseren Besuch in vollen Zügen geniessen. Es folgte eine Bergetappe durch den Regenwald und danach rollten wir hinunter bis zur Ostküste der Halbinsel. Hier  angelangt haben wir noch einmal ein Bootsticket gebucht und es ging flott hinüber auf die Perhentian Insel!

Die ersten Tage in Malaysia waren wir zügig unterwegs. Mit der Insel Penang hatten wir nicht nur einen Besuch der Kolonialstadt Georgetown im Kopf sondern hofften auch, Simon und Leandra dort zu erwischen. Richtig, noch einmal konnten wir uns glücklich schätzen, dass unsere Liebsten den weiten Weg auf sich genommen haben, um einige Ferientage gemeinsam mit uns zu verbringen. Auf ihrer Rundreise durch Südostasien haben die Beiden einen Halt in Georgetown eingelegt und wir waren rechtzeitig dort um mit Ihnen durch die Strassen zu ziehen. Zu sehen gab es dort viel Strassenkunst und spannende Bauten aus der Kolonialzeit. Inder, Chinesen und natürlich Malaysier sind heute am  stärksten vertreten, doch es finden sich auch holländische Strassennamen neben englischen Verwaltungsgebäuden. Perser, Araber und Europäer, alle kamen sie im 19. Jahrhundert um Handel zu betreiben und ihre Dienste anzupreisen. Viele Geschäfte sind erhalten geblieben und so ist das Zusammenleben diverser Ethnien noch heute charakteristisch für Georgetown. 

Nach viel Kultur und geschäftigem Treiben haben wir unsere Velos auf ein Speedboat gepackt und sind wieder Richtung Norden gefahren, die Ferieninsel Langkawi war unser Ziel. Dass wir die beiden Gäste aus der Schweiz bereits in Georgetown getroffen haben war nämlich Zufall, die Zeit im Bungalow am Strand hingegen war seit langem geplant. Im Mietauto sind wir gemeinsam um die Insel gecruist und haben mit den Füssen im Sand Meeresfrüchte gegessen und Fruchtcocktails geschlürft. Während die beiden Brüder eine Schnorcheltour gebucht haben konnten wir Mädels ungestört „in Kafi“ und im Pool chillen. Ferien halt - so wie es im Katalog steht, traumhaft schön und viel zu schnell vorbei! Auch das Ende unserer Reise kommt immer näher, unser grosses Ziel Singapur könnten wir bereits in einer Woche erreichen. Doch wir verzögern die Einfahrt in die Stadt noch etwas und verdrängen aufkommende Gedanken zum Ende unseres Abenteuers. Im Verdrängen negativer Gedanken sind wir im letzten Jahr nämlich ganz gut geworden. Wir haben im Pamir die kalten Finger verdrängt und stattdessen die Bergkulisse bestaunt. Wir haben den Gegenwind verdrängt und dafür den Sonnenschein gelobt und in der Hitze der Karakum-Wüste Turkmenistans ein nasses Tuch um den Kopf gewickelt und weiter kräftig in die Pedalen getreten. Wir winken also den beiden zum Abschied und fühlen uns nach den Tagen des dolce far niente fast etwas wie Simon und Leandra: Es geht zurück an die Arbeit!


Es ging für uns von  0 auf 1000 m ü.M, der Schweiss tropfte bald aus aus allen nur erdenklichen Poren und der Komfort von Klimaanlage und Swimmingpool schien in weiter Ferne. Doch so schön es auch war in den letzten Tagen, das eben beschriebene macht uns genauso glücklich. Anstrengende Etappen im Sattel sind auch viel leichter zu meistern wenn am Schluss eine Belohnung wartet, in diesem Fall eine kleine Insel vor der Ostküste Malaysias! Und hier sind wir jetzt, auf der grossen Perhentian Insel. Ja, die Überquerung der Berge hat sich definiv gelohnt. Unser Resort heisst Coral View und das Korallenriff liegt tatsächlich direkt vor unserem Bungalow. Rochen, Moränen, Meeresschildkröten und viele bunte Fische haben wir bereits entdeckt. Unsere Erkundungstour Unterwasser ist also noch nicht vorbei und bevor es nochmals ins Hochland geht geniessen wir es an diesem paradiesischen Flecken Erde.

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Thailand

Stadt, Land, Meer!

Wir haben einen Neueinsteiger auf unserer "Best Of" Hitliste zu vermelden, denn der erlebnisreiche Tag im Khao Yai Nationalpark war wunderschön! Nach dem Besuch bei den Wildtiere gings weiter in den Grossstadt-Dschungel Bangkoks. Und von dort? Endlich ans Meer!!!

Nach fast sechs Wochen sind wir nun definitiv in dem Thailand angelangt, welches wir aus Ferienbildern und Werbeanzeigen kennen. Gerade kommen wir zurück von einer einsamen Kajaktour zur nahegelegenen Affeninsel. Im Schatten der Holzhütte und im Wind des Ventilators sitze ich also im Paradies und ordne meine Gedanken zu den erlebnisreichen Tagen welche hinter uns liegen. Weil ich so gar nicht weiss, wo ich mit meinem Bericht beginnen soll springe ich wohl besser nochmals kurz in den kleinen Pool um etwas frischer zu werden...

...Naja, so erfrischend war der Schwumm dann doch nicht, bei 36 Grad Celsius hat auch das Wasser Badewannentemperatur, aber darüber beklage ich mich nicht im Geringsten. Nur arbeitet mein Gedächtnis in der Wärme etwas langsamer und ich brauche einen Moment, um mich in Gedanken zwei Wochen zurück zu versetzen. Oh ja, da war die professionell geführte Tour im Khao Yai Nationalpark, welche all unsere Erwartungen übertroffen hat! Im Gegensatz zu der Safari in Laos, wo wir nur nachts im Schein des Lichts der Taschenlampe einige verschreckte Augenpaare erkennen konnten, wird im ältesten Park Thailands grosse Sorge zur Natur getragen. Die Tiere werden hier geschützt und nicht gejagt und so dauert es nicht lange, bis die ersten Wildtiere direkt vor unseren Augen die Strasse überqueren. Ben, der hervorragende Guide erspäht verschiedene Nashornvögel im dichten Grün der Bäume und falls wir trotz seiner Hilfe die Tiere nicht entdecken, stellt er sein Fernrohr auf. Es scheint, als ob der grosse Vogel die roten Beeren direkt vor uns in seinen gelben Schnabel steckt. Leise wandern wir durch den Wald und hören und sehen dank Ben die Gibbon's hoch über uns in den Baumkronen und beobachten, wie sie von Ast zu Ast schwingen.


Am Wasser verschwindet ein Otter vor unseren Augen ins Nass und die Makaken Affen wirken daneben fast langweilig - so viele gibt es von Ihnen. Auf dem Weg zum nicht sehr spektakulären Wasserfall (weil Trockenzeit und wenig Wasser) gibt es dennoch von einer Begegnung zu berichten: ein Kragenbär kam zum Wassertrinken aus dem Wald und wir sehen gerade noch, wie er nach der Erfrischung wieder im Gehölz verschwindet! Wow! Diese Tiere zu sehen ist sogar für unseren Guide ein spezielles Erlebnis. Doch trotz bereits tief stehender Sonne ist der Tag noch nicht zu Ende, kurz vor Verlassen des Parks trottet zum Abschluss direkt vor uns auf der Strasse ein wilder Elefant. Dass neben ihm ein Makake spaziert und ein Sambar Hirsch aus dem Wald kommt macht das Ganze fast etwas unwirklich - und für uns einfach unvergesslich! Ein wunderschöner Tag geht zu Ende und die Weiterfahrt Richtung Grossstadt fällt uns beiden nicht leicht.

Nach einem Besuch der alten Königsstadt Ayutthaya kamen wir dann vor etwas mehr als einer Woche in Bangkok an.

Und natürlich gibt es auch von dieser Zeit ganz viel zu erzählen, beispielsweise von der Partynacht auf der famosen Khaosan Road oder davon, daß wir unseren Freund Thomas (per Autostopp um die Welt) wieder getroffen haben. Ich könnte von dem grausigen Anatomiemuseum berichten und erzählen, wie wunderschön wir Christian's Geburtstag bei Cordon Bleu und Butterzopf gefeiert haben. Aber um ehrlich zu sein habe ich jetzt viel mehr Lust, mich in den weichen Sand unter eine Palme zu legen, auf das weite Meer hinauszuschauen und darauf zu warten, bis Christian vom Schnorcheln zurückkommt und mir seine Meeresfunde präsentiert...

 

Adieu & bis zum nächsten Mal!

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Velobegeistert

Bike for Dad: wo in der Schweiz jeweils beim "Slow Up" die Strassen den Velofahrern gehört gibt es in Thailand einen Tag, an dem für den König in die Pedale getreten wird. Ob für "Dad", die körperliche Fitness oder einfach um zu zeigen, was für ein tolles Zweirad man besitzt - Velofahren ist angesagt in Thailand.

Den Wohlstand eines Landes erkennen wir meist auch an der Anzahl Menschen, welche sich in ihrer Freizeit körperlich betätigen. In Europa gab es regelmäßig Sportler, welche auf Ihren Rennrädern an uns vorbeigeflitzt sind. Mitten in ein offizielles Radrennen hineingeraten sind wir in Albanien und in Iran sind wir Fahrern der Nationalmannschaft beim Training begegnet. Längere Zeit waren wir nun in eher armen, ländlichen Regionen unterwegs und dort stellen die tägliche Arbeit und die Versorgung der Familie die Hauptaufgaben der Bevölkerung dar sodass diese sportliche Aktivitäten höchstens im Fernseher verfolgen.

In Thailand hingegen wird wieder fleissig trainiert, Outdoor Aerobic oder Fuss-Volleyball (Sepak Takraw) und natürlich Velofahren stehen hoch im Kurs. Letzteres scheint vor allem wegen der Aktion "Bike for Dad" sehr populär zu sein. Mit diesem Slogan wurden im Jahr 2015 die Massen dazu motiviert, sich wieder mit dem Fahrrad fortzubewegen. Über 600'000 Menschen sind bei den Veranstaltungen in verschiedenen Städten durch die Strassen gefahren um ihrem Dad - dem verehrten König - eine Ehre zu erweisen. Zu diesem Anlass wurden unzählige T-Shirts bedruckt welche täglich mit Stolz getragen werden und sogar in abgelegenen Orten kommen wir in den Genuss von neu gebauten Velowegen. Mangels Berge müssen die protzigen Fatbikes und die vollgefederten Mountainbikes leider meistens auf der hübschen Mekongpromenade ausgefahren werden, dafür gibt es dort mehr Zuschauer.

An einem Sonntagmorgen stolpern wir auf unserer Sightseeing Tour sogar mitten in ein Bike Rennen! Naja, Hügel gibt's auch hier keine doch die Organisatoren geben ihr Bestes und stecken einen Kurs um einen Weiher ab. Top ausgerüstet stehen die Teilnehmer am Start und bei dieser Wettkampfstimmung kitzelt es auch in Christian's Wädli...


Ein Rennen fahren wir beide dann zwar nicht, aber auf den immergraden Strassen treten auch wir in die Pedalen was das Zeug hält. Wenn die Strecke nicht viel Abwechslung bietet erreichen wir unser Tagesziel lieber etwas schneller um dort mehr Zeit zur Verfügung zu haben. So zum Beispiel beim Elefantendorf Ban Tha Klang: was für China die Pandabären sind, ist in Thailand nämlich der graue Riese!

Die Elefanten wurden hier im Nordosten bei den Waldrodungen als Arbeitstiere eingesetzt und sind nun arbeitslos, denn der Holzschlag ist vor einigen Jahren eingestellt worden. Jetzt leben die Elefanten gemeinsam mit den Mahouts, ihren Führern, in diesem Dorf und trainieren für das alljährliche Elefantenfestival, welches im November in der Stadt Surin stattfindet. So werden sie täglich beschäftigt und wir Touristen erhalten die Möglichkeit, die Dickhäuter aus nächster Nähe zu bestaunen.

Tempeltour 

Nachdem wir das gegenwärtige Leben in Buddhistischen Tempel bereits kennengelernt haben, lassen wir diese nun beiseite und gehen weiter in die Vergangenheit, auf Spurensuche der Khmer. Die bekannteste Tempelanlage dieses Volkes ist das Angkor Wat in Kambodscha, doch auch auf der thailändischen Seite der Grenzregion gibt es wichtige und sehenswerte Bauwerke aus dieser Zeit. So soll beispielsweise die Tempelanlage in Phimai als Vorbild für Angkor Wat gedient haben. Hier haben wir einmal mehr einen wundervollen Ort gefunden, den wir mit nur sehr wenigen anderen Touristen teilen müssen.

 

Mit der Einsamkeit ist es jedoch bald vorbei, denn je näher wir der Hauptstadt Bangkok kommen umso schwieriger wir es, verkehrsarme Nebenstraßen zu finden. Zum Glück gibt es meistens einen breiten Pannenstreifen und nicht nur die Autos sondern auch wir kommen schnell voran. Nur am Sonntagnachmittag ist der Verkehr so dicht, dass die Autos und Busse auch "unsere" Spur einnehmen, und das erste Mal in 12 Monaten stehen wir mit unseren Velos im Stau!

Doch auch dieser löst sich wieder auf und wir geben wieder Vollgas - ab in den Khao Yai Nationalpark, das älteste Schutzgebiet in Thailand. Wir hoffen, dass wir dort wilde Elefanten, Nashornvögel und Gibbon's in ihrer natürlichen Umgebung beobachten können.

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Am Mekong 

Der grösste Fluss Südostasien übt auch auf uns seine Faszination aus. So entschließen wir uns, seinem Lauf Richtung Südosten auf thailändischer Seite zu folgen. Wir lernen das Leben im Isaan kennen und sehen dort Gummibaumplantagen, werden von Einheimischen zum Essen eingeladen und erklimmen die Stufen zum Wat Phu Tok - ob oben auch auf uns die Erleuchtung wartet?


Der Abschied vom bisher bereisten Land und das Entdecken der Sitten im nächsten Reiseland ist immer spannend für uns, so auch beim Grenzübertritt von Laos nach Thailand:

 

  • Aus arm wird reich (bzgl. Bildung, Strassen, Versorgung)
  • Aus Rechtsverkehr wird Linksverkehr
  • Aus Garagenlädeli wird 7/11 Supermarkt
  • Aus Landstraße wird Schnellstraße 
  • Aus hügeliger Karstlandschaft wird es topfeben
  • Aus kühl & nass wird warm und sonnig!!!

 

Wie meistens, wenn wir in einem neuen Land ankommen gehen wir es die ersten Tage ruhig an. So planen wir auch in Thailand kurze Etappen und lassen uns Zeit, um uns beispielsweise mit den Marktpreisen bekannt zu machen. Wir freuen uns, dass frische Früchte günstiger als noch in Laos erhältlich sind und beim Schlürfen einer Kokosnuss finden wir es auch nicht so tragisch, dass dafür das mit hohen Steuern belastete Bier umso teurer ist. Entspannt geniessen wir bereits am ersten Abend ein feines Thai Curry beim Sonnenuntergang über dem Mekong.

Von den Stunden im Sattel können wir nicht viel berichten, auf den flachen Strassen in top Zustand fliegt Kilometerstein um Kilometerstein an uns vorbei und so machen wir bereits kurz nach der Mittagspause Fyrobig.

So bleibt uns viel Zeit in das Leben des Isaan einzutauchen. Dies ist der Name der Region im Nordosten von Thailand welcher weniger Touristen anzieht als die paradiesischen Ferienziele im Süden. Wir sehen in der Provinz Bueng Khan wie sich ein Gummibaum an den nächsten reiht und lernen, dass die Kautschuk Produktion neben dem Reisanbau ein wichtiger Arbeitszweig der Bewohner ist. Dass für die Gummibaumplantagen wie auch für die Reisfelder grosse Flächen Urwald gerodet wurden ist leider die Schattenseite dieser Einnahmequelle.

Wat Phu Tok 

Um zum Gipfel zu gelangen wird der Berg sieben Mal umrundet, weil der Weg teilweise abgesperrt war haben wir die Abkürzung über die Treppen genommen. Ob dies der Grund war, dass die verheißungsvolle Erleuchtung bei uns ausblieb?


Anstelle des Nirwanas bleiben wir also im hier und jetz und erfreuen uns an den irdischen Gütern, auf welche die betenden Mönche in orange verzichten müssen. Während diese beispielsweise nur bis zum Mittag feste Nahrung zu sich nehmen und auf die Spenden der Gläubigen Dorfbewohner angewiesen sind legen wir mehrere Stopps in den leckeren Garküchen ein. Als wir bei einer solchen wie gewohnt nach gebratenem Reis fragen laden uns zwei Frauen kurzerhand zu sich nach Hause ein. Sie würden in der Nähe wohnen und sehr gerne etwas für uns kochen. Wir sagen natürlich nicht nein und sitzen bald bei Ihnen auf dem Tisch. Genau, auf dem Tisch... Zuerst haben wir uns auf den Betonboden vor dem niedrigen Tischlein gesetzt, auf Stühlen haben wir nach Verlassen des europäischen Kontinents länger nicht mehr gesessen, doch die beiden haben nur gelacht und gesagt, hier würden sie sich auf den Tisch setzen. Einmal mehr gilt: andere Länder, andere Sitten!

Dem Lauf des Mekong folgen wir noch so weit, bis er sich am östlichsten Punkt Thailands nach Laos verabschiedet. Ein letztes Mal schlendern wir im roten Abendlicht zufrieden der Flusspromenade entlang.

Wir sind also gut angekommen in Thailand und freuen uns auf weitere Tempelanlagen, das feine Nationalgericht Pad Thai ist uns noch nicht verleidet und bei den Schönheiten des Isaan tritt sogar der Wunsch nach Meer und Sandstrand wieder etwas in den Hintergrund. Und weiter geht's! 

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